WiiU Tagebuch
Gestern Abend bekam ich die neue Konsole von Nintendo, die WiiU geliefert. Das Bedienkonzept verspricht wirklich sehr viel, die neuen Controller sind einfach unglaublich flexibel und ich bin enorm gespannt, was die Spieleentwickler daraus machen! Aus diesem Grund möchte ich hier über die Feiertage und Ferien etwas über meine Erfahrungen mit der Konsole schreiben. Neben den offensichtlichen Dingen wie der Spielbarkeit und Familientauglichkeit möchte ich aber auch auf das Thema Game Sounddesign zu sprechen kommen und bin jetzt schon gespannt, wie dieses neue Gerät sich so schlägt. Ich werde diesen Artikel regelmäßig updaten – bei Fragen einfach die Kommentarfunktion nutzen!
Auf Twitter kann man meine Erlebnisse mit der Konsole übrigens etwas zeitnaher verfolgen, einfach mal in mein #WiiUTagebuch sehen.
Tag 1
Die Konsole wurde geliefert und musste nicht sehr lange in ihrem Paket verweilen. Beim Auspacken gab es zunächst keine große Überraschung: eine hübsche Verpackung gefüllt mit einem bunten Allerlei an Kabeln, wie man es kennt, daneben zwei große, gut verpackte Geräte. Komisch dachte ich, packte die vermeintliche Konsole aus und hielt tatsächlich den Controller in der Hand – ein sehr großer Controller! Aber auch sehr leicht, im ersten Moment hielt ich ihn fast schon für zu leicht, aber eigentlich liegt er sehr angenehm in der Hand und scheint ideal um auch längere Spiele ohne Muskelkater zu überstehen. Die Konsole, die nur ein klein wenig größer als der Controller ist kann entweder aufgestellt werden (entsprechende Füße liegen bei) oder in die Nähe des Fernsehers gelegt werden – im Prinzip wie ihr Vorgänger, nur etwas stabiler.

Angeschlossen war die WiiU schnell, wer schon einmal ein ähnliches Gerät verkabelt hat, bekommt es in Sekunden und ohne einen Blick ins Handbuch hin:
Konsole aufstellen und mit Strom verbinden – Sensorleiste auf oder unter den Fernseher legen und mit der Konsole verbinden – (mitgeliefertes) HDMI Kabel in den Fernseher – Dockingstation für den Controller in die Steckdose – fertig.
Die Anschlüsse der Konsole sind enrom sehr vielseitig! Auf der Rückseite finden sich neben dem HDMI Ausgang auch zwei USB Anschlüsse und den nintendo-eigenen Multi-AV-Ausgang, der vielen noch von der Wii bekannt sein dürfte. Hat der heimische Fernseher keinen HDMI Eingang kann man die WiiU damit verbinden, mit dem richtigen Adapter auch ganz einfach via SCART-Stecker. Das entsprechende Kabel lag der WiiU nicht bei – hier ist man vermutlich darauf bedacht die neue grafische Power möglichst gut zu übertragen. Ein Vorteil der “alten” Übertragung: via Cinch lassen sich auch externe Lautsprecher verbinden, das geht über HDMI nur bedingt. WLAN versteht sich von selbst.
Auf der Vorderseite, hinter einer kleinen Blende unter dem Laufwerk versteckt, finden sich zwei weitere USB-Anschlüsse und ein SD Karten Steckplatz) – Top!
Einmal angeschlossen hieß es dann erstmal Einrichten und Updaten – vor allem letzteres dauerte eine gefühlte Ewigkeit – Zeit die man nutzen kann um sich mit dem neuen Controller auseinander zu setzen:

Der Controller wirkt auf den ersten Blick wie eine Kombination aller moderner Steuerungsgeräte, die man von anderen Geräten bereits kennt, nur übersichtlicher angeordnet, sinnvolle Evolution statt kopflose Revolution – das gefällt mir sehr!
Der Reihe nach:
Rechts und links des großen Touchscreens finden sich zunächst zwei Sticks mit angenehm festen Druckpunkt. Auf der linken Seite findet man unterhalb des Sticks das klassische Steuerkreuz, an das ich mich schon seit meinem ersten Gameboy (lang, lang ist es her) gewöhnt habe. Darunter etwas, dass ich so noch bei keinem Controller gesehen habe: ein NFC-Kontaktpunkt (Near Field Communication) – ich bin gespannt was sich damit alles umsetzen lässt.
Auf der rechten Seite findet man unterhalb des Sticks die klassischen A, B, X, Y Knöpfe, darunter den Start und Select Knopf – alles Bedienelemente die man von Nintendo schon eine gefühlte Ewigkeit kennt, man fühlt sich sofort “angekommen”.
Ebenfalls neu: direkt über dem großen Touchscreen befindet sich eine weitere Sensorleiste, die Bewegungen des Controllers registriert, in deren Mitte ist eine kleine Kamera angebracht mit der man unter anderem seinen Mii-Charakter gestalten kann – dazu aber an anderer Stelle mehr.
Zentral unter dem Touchscreen findet sich der große Home-Button, der einen ins Menü bringt. Hinter einer kleinen Öffnung links davon verbirgt sich das Mikrofon. Rechts davon findet man neben der Batterieanzeige einen TV-Knopf, der den Controller zur Fernbedienung werden lässt und auch einen eigenen Power-Schalter. An den äußeren Bereichen – so positioniert, dass sie eigentlich unmöglich von den Händen bedeckt werden können – finden sich zwei weitere Öffnungen, die Lautsprecher des Controllers.
Wer jetzt dachte: wow, eine Menge Tasten! Der weiß noch nicht, dass sich auch auf der Rückseite rechts und links jeweils noch zwei weitere Trigger-Tasten befinden, die durch die durchdachte Formgebung sehr einfach zu erreichen sind – wir zählen zusammen und kommen so auf 17 Tasten/Knöpfe auf einem einzigen Controller!
Eine stolze Zahl, trotzdem findet man sich – auch als Gelegenheitsspieler der ich bin – wirklich sofort zurecht, alles ist sehr intuitiv gestaltet. Weil Usability bei der ganzen Konsole so groß geschrieben wird, findet man auf der Rückseite – zugegeben eine zufällige Entdeckung – sogar noch einen Stift mit dem sich der Touchscreen etwas feiner bedienen lässt. An der Stirnseite des Controllers lassen sich mit einem kleinen Schieberegler übrigens auch die Lautstärke der eigebauten Lautsprecher regeln, ein Kopfhörerausgang ist auch zu finden, ebenso wie der Eingang des Netzteiles. Wer auch immer sich das Bedienkonzept ausgedacht hat: herzlichen Glückwunsch!
Das ist natürlich nur ein erster Eindruck, am Ende ist es wichtig wie sehr sich die Spiele-Entwickler auf dieses Konzept einlassen und es nutzen, aber das Potential ist enorm!
Während das Update immer noch herunterlädt, lädt der Controller in der mitgelieferten Docking-Station – genug für heute, morgen geht es rund mit Mario – ein Update folgt!
// UPDATE 1
Mittler Weile wurden alle Updates installiert und die beiden beiliegenden Spiele in Ruhe angespielt. Meine erste Vermutung was den Controller angeht wurde bestätigt: trotzt der ungewöhnlich vielen Tasten und Bedienmöglichkeiten und der Kombination dieser mit einem Touchpad fällt die Bedienung sehr leicht, alles geht intuitiv “von der Hand”. Auch die von der Wii bereits gewohnte Steuerung durch die Bewegung des Controllers vor einer Sensorleiste funktioniert anstandslos, wobei die größe der Controllers je nach Haltung etwas unangenehm ist.
Wer das Spielgeschehen auch über die Feiertage verfolgen will und nicht immer auf entsprechende Updates warten möchte, der darf sehr gerne mal bei Twitter reinsehen: #WiiUTagebuch
// UPDATE 2
Die Feiertage sind vorbei und es war wie nicht anders zu erwarten wirklich schön. Die Familie war zu besuch und das bot mir die Möglichkeit den Controller einmal in andere Hände zu geben, genauer gesagt die von meinem Cousins – alles in allem eine Zielgruppe zwischen 12 und 25 Jahren. Besonders der Jüngste war begeistert von dem neuen Spielzeug. Mario geht sowieso immer und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meine Tante damit quasi dazu genötigt habe eine WiiU anzuschaffen.
Was mir aufgefallen ist: zwei Bildschirme sind nicht zwingend jedermanns Sache. Wenn man gewohnt ist mit dem Controller in der Hand auf einen Monitor zu sehen und dann von heute auf morgen noch ein zweites Display in Hand hält, dass dann unter Umständen auch noch bedient werden will, ist das eine Umstellung.
So gut das Bedienkonzept auch gelöst ist – so sehr ist es an den Spieleherstellern entsprechend gut spielbare Konzepte zu entwickeln, die vor allem jüngere Spieler nicht komplett überfordern. Oder die etwas angetrunkenen Cousins selbiger jüngerer Spieler.
// UPDATE 3
Neues Jahr, neues Glück!
Zwischen den Jahren vertrieb ich mir regelmäßig mit Mario die Zeit, bedauerte, dass ich die WiiU nicht als DVD Spieler, den Controller dafür hervorragend als Fernbedienung für Fernseher und Receiver nutzen kann und bekam Lust auf mehr. Glücklicher Weise bin ich im Besitz einer “normalen” Wii mit ein paar Spielen, die ich in den nächsten Tagen mal in Ruhe anspielen werde um zu sehen, was man noch so anstellen kann.
Notiz am Rande: eine Möglichkeit den Nintendo DS mit dem WiiU System zu verbinden fände ich ebenfalls sehr interessant!
// UPDATE 4
Wieder ein paar Tage vergangen, leider sehr arbeitsreiche, was ein Update überfällig macht, auch wenn nicht so viel gespielt wurde. Nachdem ich bei Mario langsam aber sicher verzweifle war es Zeit ein paar alte und nicht ganz so alte Wii Spiele in die “U” zu schieben und zu sehen, was passiert.
Sie haben alle funktioniert – das ist gut.
Sie sahen nicht bedeutend besser aus – das war zu erwarten.
Die Controller verloren ständig die Verbindung – das ist schlecht.
Ich weiß leider nicht wieso, aber jedes mal wenn ich die alten Controller der Wii einsetzte, waren sie super schnell verbunden, leider brach die Verbindung regelmäßig ab (neue Batterien und normale Distanz zur Leiste vorausgesetzt) – komisch.
Mittler Weile füllen sich die Regale der Händler langsam aber sicher auch endlich mit neuen Spielen für die WiiU – wäre sehr interessant da mal noch das ein oder andere testen zu können (ja, das galt dir Nintendo, bitte, bitte).
Zum Schluss noch ein Linktipp: wer mehr über die WiiU wissen möchte – es gibt noch andere Tester. Es lohnt sich unter anderem hier vorbei zu sehen:
- Admin@Work
- Pixelaffe
- Jens Stratmann
- XYonline
- Der Ostwestfale
// UPDATE 5
Ein letztes Update vor meinem ‘Abschlussbericht’ der dann in wenigen Tagen folgt: ich entdecke hin und wieder immer noch neue Features der Konsole, meistens sind es Kleinigkeiten und Einstellungsmöglichkeiten, aber alles in allem merkt man wieviel Potential in dem System steckt. Für Entwickler ist die WiiU in meinen Augen eine riesige Spielwiese, auf der sie nahezu alles tun können, was das Entwicklerherz begehrt.
Etwas stiefmütterlich behandelt sehe ich das Sounddesign bei den mir zur Verfügung stehenden Spielen die direkt auf die WiiU zugeschnitten sind – hier fehlt wohl aber leider auch das Potential der jeweiligen Spiele. So mancher Shooter wird diese Chance bestimmt nutzen. Für Gelegenheitsspieler bis zu Core-Gamern bietet die Konsole eigentlich Raum für jedes nur denkbare Spiel, von der Simulation, über Shooter bis hin zu klassischen RPGs und allen Arcade-Klassikern – ich wüsste nicht welches Spiel sich durch diese Vielfalt an Steuerungsmöglichkeiten nicht umsetzen lässt. Womit die WiiU zu 100% punktet ist und bleibt ihr innovativer Controller.

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